Sie sind Helden!

Wie 2 Handpuppen in der Genossenschaftswelt für Furore sorgen

  • Schulze-Delitzsch und Raiffeisen höchstpersönlich zu Besuch in einer Bank, auf einer Tagung, bei einer Warengenossenschaft? Die „Regionalhelden“ machen’s möglich: Wie zwei Handpuppen in der deutschen Genossenschaftswelt für Furore sorgen.

    Im Vorjahr hatte die PR-Abteilung des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes eine Idee: Die beiden Gründerväter des Genossenschaftswesens, Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen, sollten ihre Auferstehung feiern und junge Generationen von der Genossenschaftsidee begeistern, vor allem über soziale Medien. Im September erblickten die beiden als Handpuppen das Licht der Welt, gefertigt von einem Puppenbauer, der auch für die Muppets verantwortlich zeichnet.

    100 Aufritte binnen eines Jahres

    Unter dem Motto „Genossenschaften sind Regionalhelden“ ziehen Schulze-Delitzsch und Raiffeisen seitdem durch die Lande, begeistern bei Banktagungen ebenso wie bei Jubiläumsfeiern, Verbandstagen oder Politikerbesuchen. An die 100 Auftritte haben die Handpuppen schon absolviert. Ihr Wirken und Werken kann man auf einer eigenen Facebook-Seite hautnah mitverfolgen. Dabei fällt sofort auf: Wo Schulze-Delitzsch und Raiffeisen im Kleinformat auftauchen, ist die Stimmung locker, ungezwungen. Sich mit ihnen ablichten zu lassen, macht offenkundig Spaß.

    „Mit den Handpuppen sind wir traditionsbewusst und gleichzeitig am Puls der Zeit. Zurecht gemacht wie im 19. Jahrhundert mit ergrautem Haar, Schnauzer und Nickelbrille sind die beiden Herren auch Facebook-Stars. Sie sind Sympathieträger, erhöhen den Wiedererkennungswert und personalisieren genossenschaftliche Themen. So wird die Genossenschaftsthematik aufgelockert und eine Netzwerk-Plattform für Mitglieder, Kunden und Öffentlichkeit geschaffen“, erklären Julia Böing und Marco Lorenz, die den Puppen bei ihren Auftritten auch das Leben einhauchen, die Intention der „Regionalhelden“-Aktion.

    Puppen sind Facebook-Stars - und gefragte Gäste

    Der Erfolg auf Facebook lässt aufhorchen: „Immer mehr Fans verfolgen die Abenteuer der beiden Herren im größten sozialen Netzwerk der Welt, und zahlreiche Genossenschaften mit eigenen Facebook-Seiten teilen die Posts und verweisen auf die Seite. Drei Monaten nach dem Start zählte die Seite bereits 1.000 Fans“, so Böing. Mittlerweile hat man weit über 2.000 „Likes“.

    Kein Wunder also, dass die beiden Herren gefragte Gäste sind. Böing: „Viele Genossenschaften fragen nach Terminen mit den Handpuppen und laden sie zu sich ein. Auch die regionale und überregionale Presse berichtete über die Regionalhelden, und sogar Wissenschaftler, die zum Thema Genossenschaften und soziale Medien forschen, interessieren sich für das Konzept.“

    Böing und ihr Kollege Lorenz reisen dementsprechend viel. Wenn sich ein Termin einmal nicht ausgeht, sind sie flexibel. „Notfalls schicken wir Schulze-Delitzsch und Raiffeisen auch per Post auf Reisen“, so Lorenz. Nur in Österreich waren die beiden Genossenschaftsgründerväter in Puppenform noch nie. Wir werden das schon bald ändern. Versprochen.