SMartAt

Wie Künstler richtig smart wirtschaften

  • Was hat das Genossenschaftswesen mit Kunst zu tun? Sehr viel, sind sich die Gründer von SMartAt sicher. Die frisch aus der Taufe gehobene Genossenschaft versteht sich als Serviceangebot für Künstler und Kulturschaffende, damit diese sich auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können: Kreatives zu schaffen.

    Es ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen, der da mit SMartAt an den Start geht: Bühnenschaffende, Musiker und Autoren sind ebenso dabei wie ein Anwalt und ein honoriger Wirtschaftsprofessor. Eingebettet ist das Ganze in ein internationales Netzwerk mit engen Kontakten etwa nach Belgien – dort entstand die erste Initiative dieser Art -, Frankreich, Spanien, Schweden oder Ungarn.

    Die Idee hinter SMart: Künstlern und Kreativen, die derzeit unter Wirtschaftskrise und Förderkürzungen leiden, zunehmend mit Bürokratie konfrontiert sind und oft in prekären Arbeitsverhältnissen tätig sein müssen, soll ein gemeinsames Dach geboten werden. SMart versteht sich als Dienstleister, der Papierkram erledigt, juristisch und ökonomisch berät, aber auch für Einkommen und soziale Absicherung der Künstler sorgt - bis hin zur Anstellung direkt bei der Genossenschaft.

    SMart-Netzwerk in ganz Europa
    "Die neue Genossenschaft gehört uns allen gemeinsam", rief Initiatorin Sabine Kock beim Gründungsevent am 22. Juni im Wiener Kabinetttheater ins bunt gemischte Publikum. Zum Start zählt man 15 Mitglieder, doch es sollen rasch mehr werden. Dass das Modell funktioniert, beweisen die Vorbilder aus dem Ausland: In Belgien etwa sind schon Zigtausende unter dem SMart-Dach vereint. Von dort kommt auch die Anschubfinanzierung für die Österreich-Initiative.

    In ganz Europa wird an der Weiterentwicklung von SMart gearbeitet. In Italien etwa punktet man mit Transparenz via Internet: Versammlungen sind auf Youtube zu sehen, das Budget wird online veröffentlicht. "Automatisierte, standardisierte Services sind der Schlüssel zum Erfolg", erläutert Julek Jurowicz, der Erfinder der SMart-Idee aus Belgien, das Geschäftsmodell.

    Ökonomisches Know-how an Bord
    In Österreich kann man auf das ökonomische Fachwissen von Oliver Fabel, Dekan der Wirtschaftsfakultät der Uni Wien, zurückgreifen. Er ist bei SMart federführend mit dabei und von der Idee der Genossenschaft voll überzeugt. "Die Gruppe derer, die Backoffice und Servicierung nachfragen, wird immer größer, gerade in einem europäisch vernetzten System", so Fabel.

    Herzstück des Angebots ist das Service "SMart Production". Die Genossenschaft übernimmt dabei als Produktionshaus die Administration und das finanzielle Management von Aktivitäten und Projekten. SMart stellt Künstler auch direkt an, bei Honoraren übernimmt die Genossenschaft die Zahlungsgarantie und die Ausfallshaftung. Als Servicegebühr verrechnet man 7,5 Prozent der abgewickelten Vertragssumme. Etwaige Gewinne daraus werden zu 100 Prozent in die Weiterentwicklung des Services gesteckt. Am Ende des Launch-Events waren sich alle einig Dieser Form des gemeinsamen Wirtschaftens gehört die Zukunft.

    Foto: Bettina Frenzel